Wie finanziere ich Renovationskosten für das Eigenheim am besten (Eigenkapital, Hypothekenerhöhung, Kredit)?

Renovationen sind Investitionen in den Werterhalt und den Wohnkomfort. Doch Geld ist nicht gleich Geld. Je nachdem, welche Quelle du anzapfst, um deine Renovationen finanzieren zu können, variieren die Kosten (Zinsen) und die Risiken massiv. In der Schweiz haben Eigentümer das Privileg, auf verschiedene Töpfe zugreifen zu können. Doch nicht jede Bank spielt bei jedem Wunsch mit. Die strengen Tragbarkeitsrichtlinien gelten auch beim Nachfinanzieren. Zudem macht es steuerlich einen Unterschied, ob du Eigenkapital einsetzt oder Fremdkapital aufnimmst. Wer clever plant, kann beim Renovationen finanzieren Steuern sparen und die Zinsbelastung optimieren. In diesem Artikel analysieren wir die drei Hauptwege – Erspartes, Hypothek und Kredit – und zeigen dir, welche Strategie wann die richtige ist, um sicher und günstig deine Renovationen finanzieren zu können.

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Die drei Säulen der Finanzierung: Vor- und Nachteile im Check

1. Eigenkapital: Die sicherste, aber nicht immer beste Lösung

Der Griff ins Sparschwein scheint der logischste Weg zu sein. Wenn du genügend liquide Mittel auf dem Bankkonto hast, kannst du damit direkt deine Renovationen finanzieren.

  • Vorteile: Du zahlst keine Schuldzinsen. Du bist von keiner Bank abhängig und brauchst keine Bewilligung oder Neu-Schätzung deiner Liegenschaft. Es ist der schnellste Weg, wenn du kurzfristig Renovationen finanzieren willst.
  • Nachteile: Geld, das im Beton steckt, ist gebunden. Wenn du dein ganzes Erspartes nutzt, um Renovationen finanzieren zu können, fehlt dir vielleicht der Puffer für unvorhergesehene Ausgaben (Auto kaputt, Krankheit, Jobverlust). Zudem entgeht dir der steuerliche Schuldzinsabzug, den du hättest, wenn du fremdfinanziert hättest.
  • Fazit: Mit Eigenkapital Renovationen finanzieren ist ideal für kleinere Beträge (z. B. bis 20’000 oder 30’000 Franken) oder wenn deine Hypothek bereits sehr hoch ist. Achte aber darauf, eine eiserne Reserve auf dem Konto zu behalten.

2. Hypothekenerhöhung: Der Königsweg in der Schweiz

Für grössere Vorhaben ist die Aufstockung der Hypothek meist die attraktivste Option, um Renovationen finanzieren zu können. Da Hypothekarzinsen in der Regel deutlich tiefer sind als Konsumkreditzinsen, ist dies das "billigste" Geld. Doch die Bank prüft genau, bevor sie dir hilft, deine Renovationen finanzieren zu können.

  • Voraussetzung 1 (Belehnung): Die neue Gesamthypothek darf 80 % des künftigen Verkehrswerts nicht übersteigen. Wenn dein Haus an Wert gewonnen hat oder du schon viel amortisiert hast, hast du hier Spielraum, um Renovationen finanzieren zu können.
  • Voraussetzung 2 (Tragbarkeit): Dein Einkommen muss ausreichen, um die kalkulatorischen Zinsen (meist 5 %) der gesamten Schuld zu tragen.
  • Vorteile: Niedrigster Zinssatz. Lange Laufzeiten. Steuerlicher Abzug der Schuldzinsen.
  • Nachteile: Aufwendiger Prozess (Neu-Schätzung, Prüfung). Oft gibt es Mindestbeträge (viele Banken erhöhen erst ab 50’000 oder 100’000 Franken). Zudem fallen evtl. Gebühren für die Anpassung des Schuldbriefs an.
  • Fazit: Ideal, um grosse, wertvermehrende Renovationen finanzieren zu können (Anbau, Gesamtsanierung, energetische Sanierung).

3. Baukredit und Konsumkredit: Die schnelle Alternative

Wenn die Hypothek nicht erhöht werden kann (z. B. wegen der Tragbarkeit) oder der Betrag zu klein für die Bank ist, bleibt der Kredit.

  • Baukredit: Ein Kontokorrent-Kredit, der oft für die Bauphase genutzt wird. Du zahlst Zins nur auf den effektiv genutzten Betrag. Nach Bauende wird er meist in eine Hypothek umgewandelt. Dies ist der Standardweg bei Grossbanken, um den Bauprozess flexibel zu Renovationen finanzieren.
  • Privatkredit (Konsumkredit): Hier leihst du dir Geld ohne Grundpfandrecht. Die Zinsen sind hoch (oft 4 % bis 9 %).
  • Vorteile: Schnell verfügbar. Keine Grundpfandänderung nötig.
  • Nachteile: Sehr teuer. Um Renovationen finanzieren zu können, ist dies oft die unwirtschaftlichste Methode.
  • Fazit: Nutze Konsumkredite nur im absoluten Notfall, um Renovationen finanzieren zu können. Der Baukredit hingegen ist ein technisches Instrument zur Abwicklung, das später meist in der Hypothek landet.

4. Vorsorgegelder: Die stille Reserve

Kann ich mit der Säule 3a oder der Pensionskasse Renovationen finanzieren? Ja, aber mit Einschränkungen.

  • Verpfändung: Du verpfändest dein Vorsorgeguthaben an die Bank. Das erhöht deine Sicherheit und erlaubt der Bank oft, die Hypothek aufzustocken, obwohl die 80%-Grenze erreicht wäre. So kannst du indirekt mittels Vorsorge Renovationen finanzieren.
  • Vorbezug: Du nimmst Geld aus der Pensionskasse oder Säule 3a raus.
  • Achtung: Dies ist nur alle 5 Jahre möglich und meist nur für wertvermehrende Investitionen oder Werterhalt, nicht für Luxus. Zudem musst du den Vorbezug versteuern, was Liquidität kostet.

Strategie: Mix it!

Oft ist eine Kombination sinnvoll. Beispiel: Du willst für 100’000 Franken Renovationen finanzieren.

  • 20’000 Franken nimmst du aus Erspartem (Eigenkapital).
  • 80’000 Franken finanzierst du über eine Aufstockung der Hypothek.

So behältst du einen Notgroschen, nutzt aber die günstigen Hypothekarzinsen, um den Grossteil der Renovationen finanzieren zu können. Prüfe auch Fördergelder! Wenn du energetisch sanierst, schenkt dir der Staat (Gebäudeprogramm) oft Geld. Das reduziert die Summe, die du selbst Renovationen finanzieren musst.

Steuerfalle beim Finanzieren

Ein wichtiger Aspekt, wenn du Renovationen finanzieren planst:

  • Werterhalt: Kannst du in der Steuererklärung abziehen.
  • Wertvermehrung: Kannst du nicht vom Einkommen abziehen (aber später von der Grundstückgewinnsteuer).

Wenn du die Hypothek erhöhst, um Renovationen finanzieren zu können, steigen deine Schulden und damit die Schuldzinsen. Diese kannst du wiederum vom Einkommen abziehen. Das spricht oft für die Fremdfinanzierung. Wenn du hingegen mit Eigenkapital Renovationen finanzieren würdest, verlierst du Kapitalerträge (die heute gering sind), sparst aber keine Schuldzinsen.

Fazit

Die Frage "Wie soll ich Renovationen finanzieren?" hängt von deiner Liquidität und dem Projektumfang ab. Für kleine Kosmetik-Renovationen ist Eigenkapital der unbürokratischste Weg. Sobald es um Substanz geht (Dach, Heizung, Anbau), ist die Erhöhung der Hypothek fast immer die wirtschaftlichste Lösung, um Renovationen finanzieren zu können – vorausgesetzt, Tragbarkeit und Belehnung stimmen.

Hüte dich vor teuren Konsumkrediten. Prüfe stattdessen, ob du Vorsorgegelder verpfänden kannst, um der Bank mehr Sicherheit zu bieten. Eine saubere Finanzierungsplanung schützt dich vor Liquiditätsengpässen. Wer schlau plant, nutzt die tiefen Zinsen der Bank, um den Wert seines Eigenheims zu steigern, ohne das eigene Konto leerzuräumen.

Wenn du Unterstützung bei der Berechnung deiner finanziellen Möglichkeiten suchst oder eine neutrale Einschätzung deiner Tragbarkeit benötigst, bietet Loft dir hierfür professionelle Analysetools an.

Glossar

  • Renovationen finanzieren: Der Prozess der Kapitalbeschaffung für Umbauten, meist durch Eigenmittel, Hypotheken oder Kredite.
  • Belehnung: Das Verhältnis zwischen Hypothek und Verkehrswert der Immobilie. Um via Hypothek Renovationen finanzieren zu können, darf diese meist max. 80 % betragen.
  • Tragbarkeit: Die finanzielle Belastbarkeit des Eigentümers. Die kalkulatorischen Wohnkosten dürfen in der Regel ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen.
  • Baukredit: Ein zeitlich begrenzter Kontokorrent-Kredit für die Bauphase, der nur auf den beanspruchten Betrag Zinsen kostet.
  • Schuldbrief: Ein Wertpapier, das der Bank als Sicherheit dient. Um eine höhere Hypothek aufzunehmen und so Renovationen finanzieren zu können, muss dieser oft erhöht werden (Notarkosten!).

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