Welche Risiken gibt es vor Vertragsabschluss beim Hauskauf?

Der Erwerb einer Immobilie ist in der Schweiz ein hoch formalisierter Akt. Bis zum Termin beim Notar vergehen oft Wochen der Prüfung und Verhandlung. Diese Phase der Due Diligence (Sorgfaltsprüfung) ist deine wichtigste Versicherung. Denn in der Schweiz gilt bei Bestandsimmobilien fast immer der Grundsatz: „Gekauft wie gesehen“. Das bedeutet, dass der Verkäufer jegliche Gewährleistung für Mängel im Kaufvertrag ausschliesst. Sobald du unterschrieben hast, gehören undichte Dächer oder feuchte Keller dir. Deshalb ist die Identifikation der Risiken beim Hauskauf vor dem Vertragsabschluss überlebenswichtig. Egal, ob du Einheimischer bist oder als Zuzüger den Markt sondierst: Du musst wissen, wo du hinschauen musst. In diesem Artikel decken wir die grössten Risiken beim Hauskauf auf und zeigen dir, wie du böse Überraschungen vermeidest, bevor sie rechtskräftig werden.

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Die Gefahrenzonen im Detail

1. Bauliche Risiken: Der teure Sanierungsstau

Eines der grössten finanziellen Risiken beim Hauskauf ist der Zustand der Bausubstanz. Ein frisch gestrichenes Haus kann tiefgreifende Mängel verbergen. Da du im Kaufvertrag meist auf Mängelrechte verzichtest (Gewährleistungsausschluss), musst du diese Risiken beim Hauskauf vorher aufdecken.

Versteckte Mängel: Feuchtigkeit im Mauerwerk, Schimmel hinter Einbauschränken oder marode Wasserleitungen sind klassische Risiken beim Hauskauf.

Schadstoffe: Bei Häusern, die vor 1990 gebaut wurden, ist Asbest ein Thema. Eine Sanierung kann Zehntausende Franken kosten.

Energetischer Zustand: Eine alte Ölheizung oder schlecht isolierte Fenster sind tickende Kostenbomben. Neue Gesetze (z. B. MuKEn) könnten dich bald zum teuren Austausch zwingen.

Tipp: Verlasse dich nicht auf das Exposé. Nimm zur Zweitbesichtigung einen Baugutachter mit. Die Kosten für den Experten sind minimal im Vergleich zu den baulichen Risiken beim Hauskauf, die er aufdecken kann.

2. Rechtliche Risiken: Das Kleingedruckte im Grundbuch

Viele Käufer fokussieren sich auf das Haus und vergessen das Grundstück. Doch im Grundbuch schlummern oft juristische Risiken beim Hauskauf, die deine Lebensqualität massiv einschränken können.

Dienstbarkeiten: Ein Wegrecht für den Nachbarn quer durch deinen Garten oder ein Näherbaurecht können den Wert der Immobilie mindern. Übersehene Dienstbarkeiten gehören zu den klassischen Risiken beim Hauskauf.

Altlasten: Ist das Grundstück im Kataster der belasteten Standorte (KbS) verzeichnet? Vielleicht stand dort früher eine Tankstelle oder eine Lackiererei. Die Sanierung von verunreinigtem Boden ist eines der teuersten Risiken beim Hauskauf.

Öffentlich-rechtliche Beschränkungen: Liegt das Haus in einer Gefahrenzone (Lawinen, Hochwasser) oder ist es denkmalgeschützt? Ein Denkmalschutz kann dir verbieten, Fenster zu tauschen oder Solaranlagen zu montieren.

Prüfe den Grundbuchauszug und den Kataster der belasteten Standorte, um diese rechtlichen Risiken beim Hauskauf auszuschliessen.

3. Finanzielle Risiken: Bewertung und Nebenkosten

Auch auf der Geldseite lauern Risiken beim Hauskauf, die oft erst kurz vor dem Notartermin sichtbar werden.

Bewertungsdifferenz: Du und der Verkäufer einigt euch auf 1,2 Millionen Franken. Deine Bank bewertet das Haus aber nur auf 1 Million (Niederstwertprinzip). Die Differenz von 200'000 Franken musst du nun zu 100 % aus Eigenkapital decken. Dieses Finanzierungsloch ist eines der häufigsten Risiken beim Hauskauf, das Deals platzen lässt.

Grundstückgewinnsteuer: Normalerweise zahlt diese der Verkäufer. Zahlt er nicht, hat der Kanton oft ein gesetzliches Pfandrecht auf dem Grundstück. Das bedeutet: Du als Käufer haftest mit deiner Immobilie für die Steuerschulden des Verkäufers. Um diese Risiken beim Hauskauf zu eliminieren, muss im Kaufvertrag sichergestellt werden, dass der Steuerbetrag direkt vom Kaufpreis an das Steueramt überwiesen wird.

4. Risiken beim Reservationsvertrag

Bevor es zum Notar geht, wird oft ein Reservationsvertrag unterschrieben und eine Anzahlung geleistet. Auch hier bestehen Risiken beim Hauskauf.

Verlust der Anzahlung: Da Reservationsverträge ohne notarielle Beurkundung oft formungültig sind, ist die Rechtslage bei Rücktritt komplex. Wenn du die Anzahlung direkt auf das Privatkonto des Verkäufers überweist und dieser insolvent wird oder abtaucht, ist das Geld weg.

Rücktritts-Kosten: Oft sind Klauseln enthalten, die dir bei einem Rücktritt hohe Kosten aufbürden.

Um diese Risiken beim Hauskauf zu minimieren, zahle die Reservation immer nur auf ein Sperrkonto (Notar oder Makler) und nie an die Privatperson.

5. Standort- und Umgebungsrisiken

Zu den oft unterschätzten Risiken beim Hauskauf gehört die Veränderung der Umgebung.

Zonenplan: Was passiert auf der Wiese gegenüber, die dir heute den freien Blick auf die Alpen garantiert? Ein Blick in den Zonenplan verrät, ob dort bald ein vierstöckiger Wohnblock stehen darf.

Infrastrukturprojekte: Ist eine Umfahrungsstrasse oder eine Flugroute geplant? Diese Informationen sind öffentlich, werden aber oft ignoriert. Solche externen Faktoren zählen zu den langfristigen Risiken beim Hauskauf, die den Wiederverkaufswert drastisch senken können.

Strategien zur Risikominimierung

Die gute Nachricht: Fast alle Risiken beim Hauskauf lassen sich durch Prüfung eliminieren.

Zeit lassen: Lass dich nicht drängen. Ein überhasteter Kauf erhöht die Risiken beim Hauskauf exponentiell.

Experten hinzuziehen: Baugutachter, Notar und Bankberater sind deine Verbündeten im Kampf gegen die Risiken beim Hauskauf.

Vertrag prüfen: Lass den Entwurf des Kaufvertrags vor dem Termin von einer Fachperson lesen, um rechtliche Risiken beim Hauskauf wie ungünstige Klauseln zu erkennen.

Fazit

Die Frage „Welche Risiken beim Hauskauf gibt es?“ lässt sich nicht mit einem Satz beantworten, denn sie lauern auf technischer, rechtlicher und finanzieller Ebene. Das grösste Risiko ist die Unwissenheit. Wer blind vertraut und auf den schönen Schein hereinfällt, zahlt später oft drauf. Besonders der Ausschluss der Gewährleistung im Schweizer Recht macht eine sorgfältige Prüfung der Bausubstanz unabdingbar.

Doch Panik ist fehl am Platz. Indem du den Grundbuchauszug prüfst, einen Baugutachter einschaltest und die Finanzierung solide aufstellst (inklusive Steuer-Sicherstellung), kannst du die Risiken beim Hauskauf fast vollständig kontrollieren. Ein Hauskauf soll Freude machen – und das tut er am besten, wenn man sicher ist, dass keine bösen Überraschungen im Keller lauern.

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Glossar

Gewährleistungsausschluss: Eine Standardklausel in Schweizer Kaufverträgen, die besagt, dass der Verkäufer nicht für Mängel haftet, die nach dem Kauf entdeckt werden. Eines der zentralen Risiken beim Hauskauf.

Altlastenverdachtsflächen: Grundstücke, auf denen früher umweltgefährdende Aktivitäten stattfanden (z. B. Deponien, Industrie). Sie stellen ein hohes finanzielles Risiko dar.

Dienstbarkeit: Ein im Grundbuch eingetragenes Recht Dritter an deinem Grundstück (z. B. Wegrecht, Leitungsrecht), das die Nutzung einschränken kann.

Gesetzliches Pfandrecht: Das Recht des Staates, rückständige Grundstückgewinnsteuern notfalls durch Verwertung deiner Immobilie einzutreiben, wenn der Verkäufer nicht zahlt.

Niederstwertprinzip: Bewertungsmethode der Banken. Sie finanzieren nur den tieferen Wert aus Kaufpreis oder Schätzung. Die Differenz ist eines der finanziellen Risiken beim Hauskauf.

Zu den grössten Risiken beim Hauskauf zählen versteckte Baumängel und Altlasten, da in der Schweiz die Gewährleistung vertraglich meist ausgeschlossen wird („gekauft wie gesehen“). Hinzu kommen rechtliche Risiken wie übersehene Dienstbarkeiten im Grundbuch oder ungesicherte Grundstückgewinnsteuern des Verkäufers. Finanziell besteht die Gefahr, dass die Bank die Immobilie tiefer bewertet als der Kaufpreis, was zu einer plötzlichen Lücke beim Eigenkapital führt.

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